Ratgeber
Vornamen-Trends
Was die Geburtsdaten aus Berlin und München wirklich zeigen
Welche Vornamen liegen wirklich im Trend? Hochglanz-Babynamen-Listen im Internet beruhen häufig auf Umfragen oder Redaktionsgefühl. Wir rechnen aus echten, offenen Behördendaten: dem Berliner Datensatz häufiger Vornamen (2012 bis 2023, Land Berlin, CC BY 3.0 DE) und den Münchner Geburtsstatistiken (2013 bis 2025, Statistisches Amt München, dl-by-de/2.0). Beide Quellen erfassen Vornamen bei der Standesamtsanmeldung und sind damit verlässlicher als jede Online-Abstimmung.
Methodik: Perzentilrang und anteilsbasierter Trend
Wir summieren alle Nennungen je Vorname über alle verfügbaren Jahre und berechnen den Perzentilrang über die gesamte Stichprobe. Ein Score von 90 bedeutet: dieser Name liegt unter den häufigsten 10 % der Stichprobe. Scores nahe 100 sind die wirklichen Spitzenreiter.
Für den Trend nutzen wir den anteilsbasierten Vergleich statt roher Fallzahlen. Der Anteil eines Namens an allen Neugeborenen des jeweiligen Jahres wird für ein früheres Fenster (2012 bis 2018) und ein aktuelleres Fenster (2019 bis 2025, je nach Datenverfügbarkeit) berechnet. Steigt der Anteil, gilt der Trend als „steigend"; fällt er, als „fallend"; liegt die Differenz im Rauschen, als „stabil". Dieser Ansatz ist robust, weil er das unterschiedliche Geburtenvolumen in Berlin und München sowie den unterschiedlichen Beobachtungszeitraum der beiden Quellen herausrechnet.
Wichtig: Die Stichprobe umfasst zwei Großstädte. Regionale Unterschiede zwischen Großstadt und ländlichem Raum, zwischen Ost und West oder zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen bildet sie nicht ab. Es handelt sich um eine indikative Trendbeobachtung, nicht um eine bundesweite Statistik.
Die beliebtesten Mädchennamen
Die folgenden 15 Mädchennamen erreichen in unserer Stichprobe die höchsten Perzentil-Scores. Viele davon sind seit Jahren konstant beliebt und gelten als sichere Wahl.
Top 15 Mädchennamen
alle Mädchennamen →Die beliebtesten Jungennamen
Bei den Jungennamen zeigt sich ein ähnliches Bild: Ein Kern von Klassikern hält sich jahrelang, während neuere Namen wie Elias oder Luca in den letzten Jahren Boden gutgemacht haben.
Top 15 Jungennamen
alle Jungennamen →Namen im Aufwind
Diese Namen zeigen in unserer Stichprobe einen klar steigenden Anteil. Sie sind in absoluten Zahlen bereits beliebt genug, um statistisch belastbar zu sein – kein Einzel-Ausreißer eines einzelnen Jahres. Wer einen Namen sucht, der zeitgemäß wirkt, ohne modisch-flüchtig zu sein, findet hier gute Kandidaten.
Namen im Aufwind
- Miladie Liebe, die Holde
- Leoder Löwe, der Tapfere
- Leonder Löwe, der Tapfere
- Claradie Helle, die Klare
- Lucader aus Lukanien Stammende; Form von Lukas
- Adamder Mensch, der von der Erde Genommene
- Levider Anhängliche, der Verbundene
- TheoGeschenk Gottes; Kurzform von Theodor
- TheodorGeschenk Gottes
- Valentinder Gesunde, der Kräftige
Namen auf dem Rückzug
Ein fallender Trend bedeutet nicht, dass ein Name schlecht ist. Viele davon waren jahrzehntelang Spitzenreiter und gelten heute als klassisch, ohne altbacken zu sein. Wer bewusst einen Namen wählt, der nicht auf jedem Schulhof dreimal vorkommt, findet hier bewährte Klassiker mit echtem Substanz.
Namen auf dem Rückzug
- Charlottedie Freie, die Tüchtige; weibliche Form von Karl
- Mariadie Geliebte, die Widerspenstige
- Mariedie Geliebte, die Widerspenstige; Form von Maria
- Sophiedie Weisheit
- Alexanderder Beschützer, der Männer Abwehrende
- Maximiliander Größte, der Erhabenste
- Annadie Anmut, die Begnadete
- Jonasdie Taube; auch der Friedfertige
- JohannaGott ist gnädig; weibliche Form von Johannes
- Bender Sohn; Kurzform von Benjamin
Was Trenddaten wirklich leisten – und was nicht
Trendstatistiken beantworten eine Frage gut: Wie oft wurde ein Name vergeben? Sie beantworten eine Frage schlecht: Ob ein Name zu eurem Kind passt. Denn Beliebtheit sagt nichts über Klang, Bedeutung oder die Passung zum Nachnamen. Ein Name wie Emma liegt seit Jahren konstant hoch – aber ob „Emma Schubert" oder „Emma Steinbrecher" klanglich gut klingt, hängt von Silbenrhythmus, Naht-Übergang und Alliteration ab. Genau das prüft unser Klang-Check.
Wir empfehlen: Trenddaten als erste Orientierung nutzen, danach mit dem Nachnamen kombinieren und hören, ob es stimmt. Laut vorlesen hilft mehr als jede Tabelle.
Quellen und Datenbasis
Berliner Daten: Land Berlin, Datensatz „Häufige Vornamen" auf GitHub, Jahrgänge 2012 bis 2023, Lizenz CC BY 3.0 DE. Münchner Daten: Statistisches Amt München, Offene Daten opendata.muenchen.de, Jahrgänge 2013 bis 2025, Lizenz dl-by-de/2.0. Score: Perzentilrang über die zusammengeführte Stichprobe. Trend: anteilsbasierter Vergleich frühes vs. spätes Zeitfenster. Mindestfallzahl: 30 Nennungen je Name. Keine eigene Erhebung, keine Hochrechnung auf Bundesebene.
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